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Katalog 2009 

Praxis-Tipp 6: Gruppenzelte

Allgemeines

Dieser Praxis-Tipp soll euch helfen, die richtige Entscheidung bei der Anschaffung eines Zeltes für die Gruppe oder den Stamm zu treffen. Darüber hinaus erfahrt ihr Wissenswertes über Materialien, Pflege und Reparatur.

Der Zeltkauf ist fast immer ein Kompromiss, da es fast unmöglich ist, ein Zelt zu finden, das allen Bedürfnissen, Anforderungen und Wünschen sowie den oft begrenzten finanziellen Mitteln eines Stammes gerecht wird.

Zelttypen im Vergleich

Für welchen Zelttyp man sich entscheidet, hängt in erster Linie von seiner späteren Verwendung ab. Unter Pfadfindern gibt es so viele verschiedene Meinungen über geeignete Zelttypen, wie es Zelte gibt. Hier findet ihr die Vorzüge und Nachteile aller gebräuchlicher Zelttypen, damit ihr euch einen Überblick verschaffen könnt. Die aufgeführten Punkte beruhen auf unseren langjährigen Erfahrungen und Rückmeldungen unserer Kunden.

Rundzelte

Die runde Form des Zeltes ist wohl die Urform der Zeltbehausung. Rundzelte gehören mit zu den beliebtesten Gruppenzelten. Sie werden als Schlafzelt vornehmlich für Maßnahmen mit Kindern eingesetzt und eignen sich gut für Dauerläger. Ihr Vorteil ist die leichte und schnelle Aufstellung, die auch mit Wölflingen oder Jungpfadfindern innerhalb einer Viertelstunde erledigt ist: eine Stange wird in die Mitte der Zelthaut gestellt und dann an den Seiten abgespannt.

Rundzelte sind zudem robust und durch ihre Kegelform sehr windunempfindlich (sturmsicher). Sie haben in der Mitte eine bequeme Stehhöhe.
Nachteile: Die runde Grundfläche erlaubt keine optimale Platzausnutzung. Bei Regenwetter muss man darauf achten, möglichst wenig die Zeltwand zu berühren, da es sonst durchregnen kann. Einer Verwendung für Wanderläger steht der wegen des Gewicht schwierige Transport entgegen.

Pyramidenzelte

Die Form ist wie der Name sagt, einer Pyramide ähnlich, d.h. mit einer quadratischen Grundfläche. Dies bietet gegenüber dem Rundzelt den Vorteil der optimalen Platzausnutzung. Hier passen wesentlich mehr Personen in das Zelt. Ansonsten gilt das zu Rundzelten Gesagte.

Doppeldachzelte

Ein vielseitiges Schlaf- und Wohnzelt. Durch das Doppeldach erreicht man neben einem guten Regenschutz auch eine bessere Isolation gegen Hitze und Kälte sowie ein gutes Raumklima. Ebenfalls bleibt bei diesem Zelttyp das unangenehme Kondenswasser an der Innenseite des Außenzeltes hängen, wo es normalerweise nicht stört.

Nachteile: Längere Aufbauzeit. Bei nicht ausreichender Abspannung zwischen Innen- und Außenzelt kann aufgrund des Durchhängens der Außenplane die Regendichtigkeit verloren gehen. Doppeldachzelte sind erfahrungsgemäß nicht so sturmsicher.
Ein Vorteil ist der hier oft vorhandene zweite Eingang, der einen guten Zugang ins Zelt ermöglicht. Sie brauchen aber wegen der Abspannung manchmal einen größeren Standplatz.

Hat das Zelt eine lose Bodendecke, so ist auch ein Gebrauch im Wanderlager denkbar, da die verschiedenen Komponenten zum Transport auf mehrere Personen verteilt werden können.

Kohten & Jurten

Diese urigen Zelttypen zeichnen sich besonders durch vielfältige Einsatzmöglichkeiten, robuste Qualität und kreative Ausbaumöglichkeiten aus. Von der leicht verstaubaren Kohte (4 Blätter) für Hikes und Wanderungen bis zu Jurtenburgen als Versammlungszelt für 200 Teilnehmer oder mehr lassen sich diese Zelttypen - wie bei einem Baukastensystem - endlos kombinieren und erweitern. Kohten und Jurten sind sehr "ersatzteilfreundlich", da man bei einer Beschädigung nicht gleich ein neues Zelt, sondern meist nur eine einzelne neue Plane braucht. Schwarzzelte bieten eine einzigartige Atmosphäre durch die Möglichkeit, ein Feuer im Zelt zu unterhalten.

Nachteile: Der sachgerechte Aufbau erfordert einiges an Übung und Sorgfalt (Dies kann allerdings auch eine pädagogische Chance sein!), damit diese Zelte regendicht und sturmsicher stehen. Anmerkung: Wir fertigen auf Anfrage diese Zelte auch in weißem Zeltstoff. Zum Thema "Kohten und Jurten" gibt es den Praxis-Tipp 4 kostenlos im Rüsthaus.

Gerüstzelte

Diese Zeltform eignet sich besonders gut als Versammlungs-, Aufenthalts-, Koch und Esszelt und ist für Dauerlager konzipiert. Sie sind gut aufzubauen, bieten ausreichende Stehhöhe und sind bei richtiger Befestigung windunempfindlich. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Größen. Aufgrund der selbsttragenden Konstruktion benötigt man meistens wenig Abspannleinen und Heringe.

Nachteile: Gerüstzelte sind in der Regel sehr schwer (Alu- oder Stahlrohrgestänge) und, obwohl technisch einfach aufzubauen, benötigt man zum Aufstellen der größeren Ausführungen viele kräftige Arme. Gerüstzelte sind in der Anschaffung recht teuer.

Tipis

Diese Indianerzelte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie sind eine einmalige Erscheinung, die Aufmerksamkeit erregt. Auch sie bieten die Feuermöglichkeit.
Ihr Nachteil ist der recht komplizierte Aufbau. Zum Thema "Tipis" gibt es den Praxis-Tipp 8 kostenlos im Rüsthaus.

Leichtgewichtzelte

Darunter verstehen wir Zelte, die in der Regel als Doppeldachzelte aus Kunstfaser oder Mischgewebe mit fest eingenähtem Boden Platz für 4-6 Personen bieten und 1,50-2 m hoch sind (also nicht die – kleineren – Trekkingzelte !) Früher wurden sie meistens als "Steilwandzelte" bezeichnet. Hier gibt es ein Riesenangebot in fast allen Preislagen. Wir halten aufgrund unserer Erfahrungen nicht allzu viel von diesen Leichtgewichtzelten. Für die private Nutzung sind sie hervorragend geeignet, aber für den Einsatz in Kinder- und Jugendgruppen sind sie in der Regel nicht stabil und robust genug, um den Beanspruchungen standzuhalten. Diese Zelte erfordern in Umgang und Pflege ein gehöriges Maß an Sorgfalt. Falls ihr doch diesen Zelttyp haben möchtet, besorgen wir ihn euch gerne, auch wenn er im Rüsthauskatalog nicht abgebildet ist.

Abraten möchten wir Euch auf jeden Fall von "Billig-Zelten", die man zur Sommerzeit in Kaufhäusern und Supermärkten findet.

Trekkingzelte

Trekkingzelte gibt es in Kuppel- und Tunnelform, als Geodät (mit vielfach gekreuztem Gestänge) und in Mischformen. Normalerweise sind sie alle als Doppeldachzelte konstruiert. Der Vorteil von Trekkingzelten ist das niedrige Gewicht und das kompakte Packmaß. Sie sind einfach aufzustellen, können oftmals ohne Heringe stehen und im aufgebauten Zustand weggetragen werden. Trekkingzelte sind relativ windunempfindlich und bieten eine sehr gute Raumausnutzung. Sie sollten allerdings möglichst Apsiden zur Gepäckaufbewahrung und zum Kochen bei schlechtem Wetter haben.

Abraten möchten wir von den Billigangeboten der Kaufhäuser und Supermärkte!

Materialien

Baumwolle

Für unsere Gruppenzelte verwenden wir fast ausschließlich Baumwollgewebe bzw. Baumwollmischgewebe (Monsun, Georg) mit max. 50 % Kunstfaseranteil. Baumwolle ist ein Naturprodukt. Die Faser quillt bei Nässe auf, spannt sich und wird, je feiner gewoben, um so wasserundurchlässiger. Sie bleibt auf alle Fälle atmungsaktiv. Qualitätskriterien für die verwendeten Baumwollgewebe sind die Grammzahl pro Quadratmeter (g/qm) und die Wassersäule in mm, die auf dem Gewebe stehen kann, ohne dass es Wasser durchlässt. Letzteres ist meist aussagekräftiger, da das Gewicht eines Gewebes nicht unbedingt etwas über seine Dichtigkeit und Webart aussagt. Schwere Qualitäten werden für die Außenhaut und leichtere für die Innenzelte eingesetzt. Ein Schwergewebe ist haltbarer und robuster; die Dichtigkeit ist in der Regel nur geringfügig höher. Ein Mischgewebe erhöht die Langlebigkeit und vermindert das Gewicht der Zelthaut. Alle unsere Baumwollzelte sind imprägniert und antibakteriell und fäulnishemmend behandelt.

Airtex

Der große Vorteil von Airtex ist die Dichtigkeit des Materials. Es kommt kein Regen durch die Plane, so dass die Kinder/Jugendlichen auch bei den schlimmsten Wetterverhältnissen trocken liegen. Gleichzeitig bedingt dies einen kleinen Nachteil: es gibt eine Kondenswasserbildung durch Schwitzen und Bodenfeuchtigkeit (letzteres reduziert bei Verwendung einer Bodenplane), so dass innen Tropfen an der Plane hängen, die auch schon ’mal herunterfallen können. Bald nach Öffnen und Lüften des Zeltes am Morgen ist dies aber verschwunden.

Weiterhin ist Airtex enorm robust, d.h. reißfest und weiterreißfest. Es verrottet auch nicht, so dass man selbst beim feuchten Einpacken keine Sorgen haben braucht, das Zelt nur noch in Fetzen wiederzufinden (die Flecken kommen aber trotzdem!). Dazu ist es noch deutlich leichter und erleichtert damit Transport und Packen. Airtex trocknet auch deutlich schneller und ist abwaschbar. All diese Merkmale machen es zu einem idealen Gewebe für die Verwendung im Jugendgruppenbereich.

Polyamide (Nylon)

Nylongewebe ist wasserdicht, sehr leicht und preiswert. Es dehnt sich jedoch, je nach Konstruktion, bei großen Zelten mit zu wenig Abspannpunkten. Dadurch kann es flattern und bei Nässe durchhängen. Es wird in meist beschichteten Ausführungen für Trekking- und Leichtgewichtszelte als Außen- und z.T. auch als Innenzelt verwendet.

Polyester

Polyestergewebe ist wasserdicht, sehr reißfest, längenkonstant und witterungsbeständig. Es hat eine wesentlich bessere UV-Beständigkeit als Nylon und ist auch bei Nässe formstabil. Etwas schwerer als Nylon. Polyester wird für Trekkingzelte, Zeltdächer und Zeltböden in unterschiedlichen Qualitäten verwendet.

Zeltnähte

Das Kunstfasergewebe quillt im Gegensatz zum Baumwollgewebe nicht auf, und so können bei Zugbelastung die kleinen Nahtlöcher größer und damit undicht werden (deshalb wird bei den Rüsthauszelten meist ein Faden verwendet, der innen einen – stabilen – Kunstfaserkern hat und außen mit Baumwolle umsponnen ist. Hier sollte man Nahtdichter verwenden, der mit einem Pinsel oder Schwamm aufgetragen wird. Bei Kunstfaserzelten werden diese Nähte häufig auch verklebt oder verschweißt.

Bodendecken

Die lose Bodendecke wird in das Zelt gelegt und die Faulkanten der Zelthaut werden untergeschlagen. Hier kann nichts ein- oder abreißen, wenn einmal acht übermütige Wölflinge im Zelt ihre Kräfte messen. Der Boden lässt sich mühelos herausnehmen und von beiden Seiten reinigen und - bei Beschädigungen - einfach austauschen.

Ein festangenähter Boden macht das Zelt regendichter und verhindert den Einmarsch ganzer Regimenter von Ungeziefer. Er sollte aber in jedem Fall wannenartig hochgezogen sein. Zum Schutz der Bodendecke Zeltstabteller verwenden, damit die Zeltstangen den Boden nicht durchbohren. Für Bodendecken werden PVC-Folien, PVC-beschichtetes Polyestergewebe und Polyester mit Alu- und/oder Polyurethanbeschichtung verwendet. Letzteres besonders bei Trekking- und Leichtgewichtszelten.

Von zusätzlich untergelegten Planen halten wir nichts, weil dadurch häufig nicht abtrocknende "Grundwasserreservoirs" unter dem Zelt entstehen.

Zeltgestänge

Für Gruppenzelte werden in der Regel Stahlrohrgestänge oder Holzmittelmasten (Rundzelte) eingesetzt; bei Gerüstzelten Alu- oder Stahlrohr und bei Trekking- und Leichtgewichtszelten Glasfiber- oder Alugestänge. Bei Gruppenzelten sollten Stahlrohrgestänge einen Durchmesser von 20 mm und eine Wandstärke von 1 mm haben. Ferner sollten sie verzinkt und schutzlackiert sein, um vorzeitiges Rosten zu verhindern. Stahlrohrgestänge sollte man immer trocken lagern und an den Verbindungsstücken leicht einfetten, damit sie gängig bleiben. Dies ist bei teleskopierbaren Zeltstäben besonders wichtig.

Größere Zeltgestänge sollte man vom ersten Tag an kennzeichnen, damit der Zusammenbau nicht jedes Mal ein Puzzlespiel wird.

Alugestänge sind leichter als Stahlrohrgestänge und können nicht rosten. Holzmittelmasten können durch Regenwasser und Feuchtigkeit quellen und sich verziehen. Deshalb das Zelt bei Regen in der Verspannung etwas lösen, damit nicht zuviel Druck auf den Mast einwirkt. Festsitzende Holzmasten trocknen lassen und mit einem Hammer gleichmäßig auf die Verbindungshülse klopfen, bis der Masten auseinandergezogen oder -gedreht werden können. Spezialisten empfehlen auch vorheriges Einfetten.

Verschlüsse

Reißverschlüsse sind leicht zu bedienen und schnell geöffnet und geschlossen. Dafür ist er deutlich anfälliger für Reparaturen. Außerdem sollte er mit einem Gleitmittel gängig gehalten werden. Schlingen-/Ösenverschlüsse sind wesentlich robuster und langlebiger, aber nicht so schnell geschlossen und geöffnet.

Beim Aufbau des Zeltes muss man bei beiden Verschlussarten darauf achten, dass er geschlossen ist, sonst bekommt man ihn nach dem Abspannen kaum noch zu.

Seitenwand

Achtet darauf, eine Seitenwandhöhe von mindestens 50 cm zu haben. Dies erhöht den nutzbaren Innenraum – wenn die Plane in spitzem Winkel bis zur Erde reicht, kann dort keiner mehr liegen, auch kein Material! Für Gerüstzelte ist diese Höhe bei mindestens 1,70 m anzusetzen.

Zeltheringe

Ein gut sortiertes "Ersatzteillager" an Heringen in verschiedenen Formen und Längen schützt euch bei einer Maßnahme vor bösen Überraschungen und ihr seid auf die unterschiedlichsten Bodenarten vorbereitet.

  • Holzheringe eignen sich gut für nasse Böden, da sie quellen und so gut im Boden halten. Sie werden besonders für Großzelte verwandt, sind aber oft schwierig herauszuziehen und das Einschlagen mit dem Hammer macht sie nach einiger Zeit nicht besser.
  • T-Heringe (auch T-Profilheringe oder T-Stahl-Heringe oder T-Anker genannt) sind fast unverwüstlich, aber auch recht teuer. Sie sind universell einsetzbar und besonders für steinige Böden geeignet.
  • Kunststoffheringe sind für weiche Grasböden gedacht, verrottungssicher und sehr leicht. Ihre Farbe lässt sie auch im Dunkeln gut sichtbar sein, was die Verletzungsgefahr vermindert.
  • Zeltheringe aus Eisen mit halbrundem Profil sind für normale Grasböden und Sandböden geeignet und recht preiswert. Sie verbiegen sich allerdings recht schnell und sind dann häufig nicht mehr zu gebrauchen. Bei Sandböden müssen sie mindestens 30 cm lang sein.
  • Zeltnägel eignen sich ebenfalls für Grasböden und werden meist zum Befestigen des Zeltbodens verwendet, da sie weniger Haltkraft haben.
  • Stahlzeltpflöcke verwendet man bei steinigem Boden. Die Heringe müssen je nach ihrer Beschaffenheit mit einem Gummihammer, Holzhammer, Fäustel oder Vorschlaghammer eingeschlagen werden.
  • Zum Herausziehen festsitzender Heringe benutzt man entweder einen zweiten Hering, einen Stab mit Schlaufe oder einen speziellen Heringsauszieher.

Weitere Hilfsmittel

Einige Ersatzteile sollten bei jeder Fahrt dabei sein, um auf die Wechselfälle des Lagerlebens vorbereitet zu sein.

  • Imprägnierungsmittel und Nahtdichter helfen, undicht gewordene Stellen abzudichten. Gleit-Ex hilft, Reißverschlüsse gängig zu halten.
  • Zeltklebeband ist optimal zur schnellen Reparatur kleiner Löcher und Risse. Das im Rüsthaus erhältliche Reparaturband dürfte bis zum Ende des Lagers standhalten.
  • Kleiderhaken gibt es für Mittelmaste und für Masten bis 25 mm Ø.
  • Hängetaschen sind für insbesondere Gerüstzelte eine tolle Aufbewahrungsmöglichkeit von z.B. Küchenmaterial, das in ständigem Gebrauch ist.
  • Ausreichend Schnur, Schnurspanner, Zeltstabteller, Regenschutzspitzen usw.

Alle Zelte werden mit allem Notwendigen geliefert, d.h. die Packsäcke, Stangen, Heringe und Abspannleinen sind im Lieferumfang enthalten. Aus Kostengründen verzichten die Hersteller jedoch zumeist darauf, teure Materialien einzusetzen. Überlegt euch also, ob ihr z.B. Packsäcke durch stabile Seesäcke ersetzen wollt oder statt der mitgelieferten Heringen nicht zusätzlich T-Heringe oder Stahlzeltpflöcke mitnehmt.

Bevor Ihr Euch für ein bestimmtes Zelt entscheidet, solltet Ihr Euch erst einmal folgende Fragen stellen:

  • Für welche Gegend und welches Klima bzw. welche Jahreszeit benötigen wir das Zelt in der Hauptsache?
  • Welchem Zweck soll das Zelt dienen (Schlaf-, Wohn-, Versammlungs-, Küchenzelt)?
  • Wie groß muss das Zelt mindestens sein (Grundfläche, unterbringbare Personenzahl, etc.)?
  • Spielt das Gewicht eine Rolle (Wander- oder Standlager, Transportfrage)?
  • Wie oft und wie lange jeweils wollen wir das Zelt benutzen?
  • Welche Rolle spielt für uns die Höhe des Preises? Wie viel Geld steht für die Anschaffung zur Verfügung? Können wir das Zelt über Zuschüsse refinanzieren lassen?

Größenangaben - selbst prüfen!

Den von den Herstellern genannten Größenangaben zur Personenanzahl sollte man nicht unbedingt sofort Glauben schenken, da sie auf Durchschnittswerten beruhen und oft das Gepäck nicht berücksichtigen. Wegen der Vergleichbarkeit mit anderen Anbietern haben wir sie aber in unserem Katalog belassen. Damit Ihr aber selbst feststellen könnt, wie viele Personen in das jeweilige Zelt passen, macht euch ein Planungsraster auf Millimeterpapier und übertragt dorthin den jeweiligen Zeltgrundriss. Danach überlegt, ob Ihr Isoliermatten oder Luftmatratzen verwendet und ob das Gepäck mit ins Zelt soll. Schneidet Euch im verkleinerten Maßstab die Matten, Matratzen und Gepäckstücke aus Papier aus und probiert dann, ob’s passt. Denkt auch daran, dass Platz reserviert sein sollte, wo z.B. nasse Schuhe hingestellt werden können. Viel Spaß beim Planen!

Größen im Durchschnitt: Luftmatratze ca. 200 x 75 cm; Isoliermatte ca. 180 x 55 cm (groß: 199 x 65 cm); Rucksack/Tasche ca. 75 x 55 cm

...beim Aufbau

  • Achtet bei der Auswahl des Standortes darauf, das Zelt nicht in einer Mulde aufzubauen, da hier Regenwasser zusammenlaufen kann. Ferner sind Anhöhen und direkte Wassernähe ungeeignet, da Hügel, Wasser und auch hohe Bäume blitzschlaggefährdet sind. An Ufern ist höhere Luftfeuchtigkeit vorhanden.
  • Der Untergrund sollte nach Steinen, hervorstehenden Wurzeln und scharfen Gegenständen abgesucht werden, um den Zeltboden nicht zu beschädigen. Falls notwendig, den Untergrund auch planieren.
  • Vor dem Aufbau alle Reiß- bzw. Knebelverschlüsse schließen.
  • Der Eingang sollte immer auf der windabgewandten Seite liegen.
  • Auf optimale Abspannung zwischen Außen- und Innenzelt achten.
  • Keine Insektensprays im Zelt verwenden, da sonst die Beschichtung zerstört wird.
  • Feuer- und Kochstellen möglichst auf der windabgewandten Seite und in entsprechender Entfernung einrichten, um Beschädigungen der Zelthaut durch Funkenflug zu vermeiden.
  • Entlüftungsklappen und -öffnungen möglichst immer offen halten.
  • Abspannungen bei längeren Aufenthalten regelmäßig nachspannen und bei Regen entsprechend lockern. Falsch abgespannte Zelte sind die Hauptursache für die meisten Schäden an Zelten.
  • Vor dem Zelteingang verhindert ein "Knüppeldamm", allzu viel Matsch ins Innere hineinzutragen.
  • Bei Gerüstzelten hilft ausgelegtes Stroh oder ein Holzboden aus einfachen Brettern (ggf. einfache Paletten) gegen Bodennässe.
  • Die Packsäcke gut aufbewahren. Die Aufbauanleitung sollte darin verwahrt werden.

...nach dem Lager

  • Zelte möglichst trocken abbauen. Sollte dies nicht möglich sein, nach der Rückkehr das Zelt sofort zum Trocknen aufhängen, da sich sonst Stockflecken bilden (oft schon nach 24 Stunden), die das Gewebe zerstören und nicht zu reparieren sind.
  • Auch augenscheinlich trockene Zelte sollten zu Hause noch einige Tage in einem gut belüfteten Raum nachgetrocknet werden, da sie fast immer Restfeuchtigkeit enthalten.
  • Falls Ihr im Winter zeltet, solltet Ihr gefrorene Zeltbahnen und -böden nicht falten, sondern nur rollen, da sie sonst brechen können.
  • Beschädigungen sofort beim Abbau notieren, das Zelt entsprechend kennzeichnen und möglichst bald nach dem Lager reparieren bzw. reparieren lassen (siehe "Zeltservice").
  • Gestänge und Heringe getrennt von der Zelthaut verpacken, da sie diese leicht durchstoßen und die Zelthaut beschädigen können.
  • Verschmutzungen möglichst trocken abbürsten und ausschütteln oder mit klarem Wasser abwaschen. Keine Reinigungsmittel verwenden. Sand und Dreck im Gewebe zermürben dieses.
  • Falls erforderlich sollte das Zelt nachimprägniert werden. Das könnt Ihr mit entsprechenden Mitteln (siehe Katalog) selbst machen (s.u.). Wir können Euch aber auch einen guten Fachbetrieb vermitteln.
  • Zeltmaterial sollte auf jeden Fall in einem trockenen, gut belüfteten Raum gelagert werden, aber möglichst in Regalen oder auf Paletten und nicht direkt auf dem Fußboden.
  • Falls an den Kanten Gummikanten vorhanden sind, diese - besonders an den Knickstellen - mit etwas Talkum einreiben.
  • Alle Metallteile (Aufstellstäbe, Heringe, etc.) leicht einölen oder mit Antirostspray behandeln.

MERKE: Bei sachgerechter Handhabung und guter Pflege halten unsere Zelte länger als uns lieb ist.

Bei begründeten Reklamationen (Material- und Verarbeitungsfehler) sind wir faire und hilfsbereite Partner, die möglichst schnell und unbürokratisch Ersatz beschaffen bzw. Nachbesserungen vornehmen. Gebrauchsabnutzungen und Schäden durch unsachgemäße Behandlung fallen allerdings nicht unter unsere Gewährleistung!

...reparieren will gelernt sein!

  • Am besten notiert man sich sofort beim Abbau des Zeltes die entstandenen Schäden, besorgt sich anschließend zu Hause die entsprechenden Ersatzteile und Materialien und repariert es bevor es für das nächste Jahr eingelagert wird.
  • Kleine Risse lassen sich meistens mit etwas Kontaktkleber und Zeltstoff oder selbstklebendem Flickzeug schließen. Im Rüsthaus gibt es dafür spezielles Zeltklebeband, auch in schwarz für Kohten und Jurten.
  • Bei größeren Rissen und Löchern näht man einen Flicken auf. Der Flicken wird so groß geschnitten, dass er weit über die Rissstelle reicht. Mit einem starken Baumwoll- oder Leinennähgarn wird der Flicken festgenäht.
  • Flicken werden stets von innen angebracht, außer bei Rissen in der Nähe einer Naht.
  • Bei Rissen und Löchern in der Nähe einer Naht müssen die Säume gut eingeschlagen und sorgfältig vernäht werden, damit sie nicht wieder aufreißen können. Sind die Nähte für die Abspannung des Zeltes wichtig, sollte man sie auf jeden Fall nachnähen.
  • Nach der Reparatur alle Nähte mit Nahtdichter behandeln und die Flicken imprägnieren.
  • Nähen von festem Zeltstoff ist nicht unbedingt einfach, deshalb noch ein kleiner Tipp: Schuhmacher und Sattler haben in der Regel Nähmaschinen, die sich für Zeltreparaturen sehr gut eignen. Freundliche Anfragen bewirken oft Wunder!
  • Schimmelbefall lässt sich mit Natriumhypochlorit (Apotheke!) vermischt mit 20 Teilen warmem Wasser beseitigen. Die entsprechenden Stellen werden von außen mit einem Schwamm eingerieben. Trocknen lassen und nachspülen.

...selbst imprägnieren

  • Zelte - vor allem aus Baumwolle - sollte man je nach Gebrauch etwa alle fünf Jahre imprägnieren. Dafür gibt es im Handel (natürlich auch im Rüsthaus) Spezialmittel, die entweder mit einem breiten Pinsel oder Schwamm aufgetragen werden oder einfach aufgesprüht werden können.
  • Bei Zelten aus Kunststoff oder Kunststoffgemisch sollte man sich vorher erkundigen, welche Behandlung bei längerem Gebrauch geeignet ist.
  • Neuere Kunststoffgewebe benötigen eine Nachimprägnierung nicht mehr.
  • Scheuerstellen, die zu Undichtigkeiten führen können, werden mit Aerosol-Abdichtmittel eingesprüht.
  • Die Zeltnähte sollte man auch regelmäßig mit Nahtdichter (Wachsbasis) behandeln.

Zeltservice

  • Weitere Zelte
    Wir können Euch auch jederzeit weitere Zelte der Firmen Stromeyer und Mehler anbieten und beschaffen, die nicht in unserem Katalogsortiment zu finden sind. Das Gleiche gilt für Trekkingzelte aller namhafter Hersteller (z.B. Jack Wolfskin, VauDe, Salewa usw.). Bitte unser Angebot einholen!
  • Ersatzteil-Service
    Wir helfen Euch bei der Beschaffung von Ersatzteilen für Zelte, die Ihr bei uns gekauft habt. Anruf genügt!
  • Reparatur- und Reinigungs-Service
    Eure Zelte, Vorzelte und Planen werden durch unseren leistungsfähigen Vertragsbetrieb mit den modernsten Großmaschinen und besten Hilfsmitteln fachmännisch gereinigt, imprägniert und repariert. Bitte unser Angebot einholen!
  • Sonderwunsch-Service
    Wir bemühen uns auch, Eure Sonderwünsche (z.B. weiße Kohten und Jurten, Planen in Übergrößen, etc.) zu erfüllen, soweit dies technisch und organisatorisch machbar und finanzierbar ist. Setzt Euch einfach mit uns in Verbindung! Fragen kostet nichts!
  • ... und vieles mehr!

Zur Beantragung von Zuschüssen zur Refinanzierung von Zeltmaterial schicken wir Euch jederzeit gerne ein schriftliches Angebot oder Kostenvoranschlag zu.

 

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